Gemeinsam haben der Bürgerverein Freising, das Aktionsbündnis aufgeMUCkt und die Bürgerinitiative Attaching die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Freising zu Ihrer Haltung und Ihren politischen Positionen zum Flughafen München und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Region befragt.
Folgende Bürgermeisterkandidaten haben geantwortet:
| Monika Schwind Freisinger Mitte (Wählervereinigung) | Nico Heitz Bündnis 90/Die Grünen Freising | Peter Warlimont SPD Freising | Daniel Hubensteiner Freie Wähler Freising (FW) |
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| Simon Schindlmayr CSU Freising | Jens Barschdorf FDP Freising | Nicolas Pano Graßy Freising für alle (Wählervereinigung) | Felix Albrecht ÖDP/Volk | Birgit Mooser-Niefanger Für Freising (Wählervereinigung) |
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Die Antworten in der Übersicht:
| Frage-1 | Monika Schwind (Freisinger Mitte) | Nico Heitz (Grüne) | Peter Warlimont (SPD) | Daniel Hubensteiner (Freie Wähler) | Birgit Mooser-Niefanger (Für Freising) |
| Haltung zur 3. Startbahn: Wie stehen Sie zur 3. Startbahn am Flughafen München und zum „begonnenen“ Bau? Werden Sie sich als Oberbürgermeister von Freising bzw. als Landrat des Kreises Freising, wie Ihr Vorgänger weiterhin aktiv gegen dieses Projekt einsetzen und die Interessen der betroffenen Bevölkerung und Kommunen in der Region Freising vertreten? | Selbstverständlich lehne ich die Expansion des Flughafens durch eine dritte Startbahn klar ab. Als Oberbürgermeisterin werde ich mich, ebenso wie mein Vorgänger, aktiv und mit Nachdruck gegen dieses Projekt einsetzen. | Ich lehne den Bau einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen München klar, eindeutig und dauerhaft ab. Das gilt auch angesichts des Feststellungsbescheids der Regierung von Oberbayern, wonach der Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung des Flughafens angeblich unbefristet Gültigkeit behalten soll. Gemeinsam mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf allen Ebenen fordere ich, das Baurecht für die dritte Start- und Landebahn endgültig politisch und rechtlich zu beerdigen. Ein „ewiges Baurecht“ darf es nicht geben. Zwar haben CSU und Freie Wähler in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, gleichzeitig sorgt die Landesregierung aber dafür, dass die dritte Startbahn weiterhin als Ziel im Landesentwicklungsplan verankert bleibt. Diese Aussagen sind nicht glaubwürdig und bewegen sich irgendwo in einer unlogischen und vor allem widersprüchlichen Argumentationslinie. Die Entscheidung für die dritte Startbahn muss korrigiert werden. Mit den Kollegen Johannes Becher auf Landes- und Leon Eckert auf Bundesebene und vielen anderen Mitstreitenden auf den kommunalen Ebenen habe ich hier starke Akteure an meiner Seite. Es gibt keinen Bedarf für eine dritte Startbahn. Die Kapazitäten der beiden bestehenden Start- und Landebahnen sind bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Betonierung des Erdinger Mooses wäre ökologisch, klimapolitisch, gesellschaftlich und gesundheitlich völlig unvertretbar. Mensch und Umwelt sind eindeutig wichtiger als wirtschaftliche Interessen der FMG oder politische Interessen der Betreibe rund Nutzer des Flughafens. Als Oberbürgermeister von Freising werde ich die Interessen der Bevölkerung und Kommunen konsequent vertreten und mich aktiv gegen dieses Projekt einsetzen. Ich werde jede politische und rechtliche Möglichkeit nutzen, um den Bau der dritten Startbahn zu verhindern. | Die Errichtung einer 3. Start- und Landebahn lehne ich seit Bekanntwerden der Pläne ab. Ich habe mich innerhalb des SPD-Landesverbands Bayern und der SPD München in den Jahren ab 2008 intensiv dafür eingesetzt, dass diese beiden Gliederungen der SPD ihre unterstützende Haltung aufgeben. 2009 hat ein SPD-Landesparteitag mehrheitlich für den gemeinsamen Antrag der SPD-Kreisverbände Freising und Erding gestimmt, auf die 3. Bahn zu verzichten. Im Vorfeld des Münchner Bürgerentscheids 2012 haben wir mit Erfolg intensiv in der Münchner SPD dafür geworben, den Bürgerentscheid in unserem Sinne zu unterstützen. Alle Versuche, den Bau der 3. Bahn juristisch und politisch zu verhindern, würden von mir als Oberbürgermeister selbstverständlich unterstützt. | Die 3. Startbahn am Flughafen München lehne ich klar und uneingeschränkt ab. Für mich ist diese Frage nicht verhandelbar. Eine weitere Startbahn würde zu einer erheblichen Mehrbelastung für die Menschen in Freising und der Region führen. Dieses Projekt hat keine Akzeptanz vor Ort und widerspricht dem erklärten Willen vieler Bürgerinnen und Bürger. Sollte ich zum Oberbürgermeister der Stadt Freising gewählt werden, werde ich mich weiterhin konsequent gegen die Startbahn einsetzen und die ablehnende Haltung der Stadt Freising nach außen klar vertreten. | 100 Prozent: Zwei Bahnen reichen. |
| Frage-2 | Monika Schwind (Freisinger Mitte) | Nico Heitz (Grüne) | Peter Warlimont (SPD) | Daniel Hubensteiner (Freie Wähler) | Birgit Mooser-Niefanger (Für Freising) |
| Unterstützung der Bürgerinitiativen: Werden auch Sie die Bürgerinitiativen, die sich gegen die 3. Startbahn einsetzen, in ihren Anliegen weiterhin unterstützen? Welche konkreten Maßnahmen würden Sie ergreifen, um die Bürger und Bürgerinitiativen in ihrem Engagement zu stärken? | Die Bürgerinitiativen, die sich seit Jahren für den Schutz der Region engagieren, können hierbei weiterhin auf meine Unterstützung zählen. | Ja, ich werde die Bürgerinitiativen, die sich gegen die dritte Startbahn engagieren, ausdrücklich und aktiv unterstützen. Der jahrelange zivilgesellschaftliche Widerstand ist der zentrale Grund dafür, dass dieses Projekt bislang nicht realisiert wurde – und das völlig zu Recht. Ich möchte mich in der Schutzgemeinschaft Erding-Nord, Freising und Umgebung gegen die dritte Startbahn engagieren und gemeinsam mit Verbänden, Initiativen, Kirchen und der Zivilgesellschaft dafür kämpfen, dass zwei Startbahnen ausreichen. Wer die dritte Startbahn verhindern will, hat mit den Grünen starke Partner – denn wir kämpfen auf kommunaler, landes- und bundespolitischer Ebene konsequent dagegen. Konkret bedeutet Unterstützung für mich: • enge Zusammenarbeit – auch organisatorisch unterstützend – mit Initiativen wie aufgeMUCkt, BN, BI Attaching, der Schutzgemeinschaft, Lichterzeichen, BN, LBV und weiteren, Kirchen und weiteren zivilgesellschaftlichen Initiativen • politische Rückendeckung für Proteste, Stellungnahmen und rechtliche Schritte, • Nutzung aller rechtlichen Möglichkeiten, um gegen die dritte Startbahn vorzugehen, • Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit über alle relevanten Entwicklungen. | Die Anliegen der BIs gegen die 3. Bahn würde ich unterstützen. Konkrete Maßnahmen sind aus meiner Sicht die Präsenz vor Ort bei Veranstaltungen der BIs, das Einbringen der Anliegen z. B. in die Fluglärmkommission oder der Diskurs mit den politisch Verantwortlichen der Staatsregierung und der Mehrheitsfraktionen im Landtag. | Bürgerinitiativen spielen eine wichtige Rolle in der kommunalen Meinungsbildung und im öffentlichen Diskurs. Auch die Stadt Freising steht in der Verantwortung, dieses Engagement im Rahmen ihrer Möglichkeiten ernst zu nehmen und zu unterstützen. Als Oberbürgermeister sehe ich meine Aufgabe darin, einen offenen Dialog zu fördern und Anliegen von Bürgerinitiativen – insbesondere bei so einschneidenden Themen wie der 3. Startbahn – in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Gleichzeitig müssen Erwartungen realistisch bleiben: Die Stadt kann nicht jedes Anliegen umsetzen, sollte aber stets als verlässlicher Ansprechpartner auftreten. Eine sachliche und respektvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgerinitiativen halte ich für den richtigen Weg. | Ich hatte schon in früheren Wahlkämpfen eine feste Ansprechperson in der Verwaltung angeregt, die umgehend unterstützen kann, wenn es notwendig ist, mein Vorschlag ist weiter aktuell. Außerdem bleibe ich natürlich wie bisher auch jederzeit für Sie ansprechbar und fände einen regelmäßigen Austausch mit Ihnen – einen Jour Fixe zum Beispiel einmal im Vierteljahr – sinnvoll und wünschenswert. |
| Frage-3 | Monika Schwind (Freisinger Mitte) | Nico Heitz (Grüne) | Peter Warlimont (SPD) | Daniel Hubensteiner (Freie Wähler) | Birgit Mooser-Niefanger (Für Freising) |
| Haltung gegenüber der Flughafen München GmbH (FMG): Wie bewerten Sie die Rolle der FMG in Bezug auf ihre Verantwortung für die Region und die betroffenen Kommunen? Welche Erwartungen haben Sie an die FMG im Hinblick auf eine transparente Kommunikation und ein respektvolles Miteinander mit den Gemeinden, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen des Flughafens auf die Lebensqualität der Menschen in Freising und Umgebung | Die FMG agiert nicht nur auf Freisinger Flur, sondern beeinflusst mit ihren Entscheidungen die gesamte Region und die Lebensqualität vieler Menschen. Von einem Unternehmen mit dieser Bedeutung erwarte ich eine offene, frühzeitige und ehrliche Kommunikation – nicht nur über positive Entwicklungen, sondern gerade auch bei kritischen Themen. Die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger müssen in diese Entscheidungen rechtzeitig und konsequent einbezogen werden, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. | Die FMG trägt eine besondere Verantwortung gegenüber der Region und den betroffenen Kommunen. Dieser Verantwortung wird sie definitiv nicht gerecht. Die Öffentlichkeit wird beim Thema dritte Startbahn immer wieder hinters Licht geführt. Während offiziell von einem Moratorium gesprochen wird, sucht die FMG weiter nach Schlupflöchern, erwirbt Grundstücke und hält an der Realisierung bis 2035 fest. „Begonnen haben“ und „nicht begonnen haben“ geht nicht gleichzeitig. Hier ist ein Widerspruch, den die FMG konsequent wegzudiskutieren versucht. Als Mehrheitsgesellschafter wäre ich stinksauer, wenn meine Gesellschaft meinen Willen (z.B. ein Moratorium) nicht umsetzt. Allerdings ist der politische Wille, der den eigenen Beschlüssen entgegensteht, klar zu erkennen. Ich erwarte also nicht nur von der FMG, sondern auch von der Landesregierung als politische Kraft, eine transparente, ehrliche und respektvolle Kommunikation sowie ein echtes Miteinander mit den Gemeinden. Ich erwarte außerdem, dass die FMG & die Landesregierung ein Verantwortungsgefühl für die Menschen in unserer Region entwickelt! Dazu gehört auch, die Auswirkungen des Flughafens auf die Lebensqualität der Menschen in Freising und Umgebung ernst zu nehmen und nicht kleinzureden. | Die FMG nimmt als Unternehmen ihre soziale Verantwortung in der Region durch eine recht breite Unterstützung sozialer, kultureller und sportlicher Vereine und Initiativen in durchaus beachtlicher Weise wahr. Im politischen Verhältnis zum Flughafenumland nimmt die FMG ihre Verantwortung leider überhaupt nicht wahr. Der Kontakt zwischen Konzernführung bzw. Umlandbeauftragtem und den umgebenden Kommunen ist völlig eingeschlafen. Einen besonderen Schlag hat das Verhältnis dadurch erhalten, dass die FMG den drohenden Ablauf der Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses durch Winkelzüge zu unterlaufen versucht, das Umland nicht in Kenntnis setzte und auch seit Bekanntwerden der Vorhaben keinen Draht zu den umliegenden Kommunen sucht. Das widerspricht allen Vorstellungen von ernst gemeinter transparenter Kommunikation und einem Verhältnis auf Augenhöhe – die betroffenen Menschen müssen damit weiter mit bedrängender Ungewissheit leben, die betroffenen Kommunen mit der Planungsunsicherheit. | Der Flughafen München ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für unsere Region. Diese Bedeutung steht für mich außer Frage. Gleichzeitig gehen vom Flughafen erhebliche Auswirkungen auf Umwelt, Lärm, Flächenverbrauch und Lebensqualität aus, die insbesondere die Stadt Freising und ihre Ortsteile betreffen. Gerade deshalb erwarte ich vom Flughafen eine transparente, frühzeitige und nachvollziehbare Kommunikation gegenüber den betroffenen Kommunen und der Bevölkerung. Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen müssen offen dargestellt und diskutiert werden. Als Oberbürgermeister werde ich die Interessen der Stadt Freising selbstbewusst vertreten und darauf achten, dass wirtschaftliche Entwicklung nicht einseitig zu Lasten von Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität geht. Ein fairer Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der betroffenen Bevölkerung ist aus meiner Sicht zwingend erforderlich. | Ich habe nicht den Eindruck, dass bei den Verantwortlichen angekommen ist, wie belastend die „Schwebesituation“ für die Region und die Menschen, die hier leben ist. Transparente Kommunikation und ein respektvolles Miteinander sollten selbstverständlich sein, die Erfahrung über all die Jahre zeigt jedoch ein anderes Bild. |
| Frage-4 | Monika Schwind (Freisinger Mitte) | Nico Heitz (Grüne) | Peter Warlimont (SPD) | Daniel Hubensteiner (Freie Wähler) | Birgit Mooser-Niefanger (Für Freising) |
| Vertrauen in die Gesprächspartner der FMG: Offensichtlich haben einzelne Vertreter der FMG in Bezug auf die 3. Startbahn nicht offen und ehrlich gegenüber den betroffenen Kommunen und der Bevölkerung kommuniziert. Welche Erwartungen haben Sie an die FMG, um das verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen? Wie soll künftig verhindert werden, dass unvollständige oder falsche Information der FMG in die Entscheidungen der Stadt Freising mit einfließen? | Zukünftige Planungen, Verbesserungsmaßnahmen sowie der Stand der Umsetzung müssen regelmäßig, nachvollziehbar und ohne Beschönigung in den hierfür vorgesehenen Gremien vorgestellt und diskutiert werden. Transparenz darf keine freiwillige Option sein, sondern muss ein fester Bestandteil der Unternehmenspraxis sein. | Vertreter der FMG haben in Bezug auf die dritte Startbahn nicht offen und ehrlich kommuniziert. Das hat eine lange Historie. Es wird behauptet, mit dem Bau sei bereits begonnen worden, obwohl faktisch nicht mit dem Bau der Startbahn selbst begonnen wurde, sondern lediglich mit Straßenprojekten und dem S-Bahn-Tunnel des Erdinger Ringschlusses – einem Projekt, dessen Idee schon seit lange vor der Idee der dritten Startbahn existiert und das inhaltlich nicht mit der dritten Startbahn verknüpft ist. Auch der Grundstückserwerb nach dem Moratorium wirft Fragen auf. Es ist völlig unklar, wie viele Eigentümer tatsächlich einen Rechtsanspruch geltend gemacht haben und ob diese Argumentation nicht je nach Bedarf angepasst wird, um das unsinnige Projekt doch noch zu rechtfertigen. Ich fordere: • vollständige Transparenz der FMG gegenüber Stadt und Öffentlichkeit, • klare, überprüfbare Informationen als Grundlage politischer Entscheidungen, • keine unvollständigen oder falschen Angaben mehr, die in die Entscheidungsprozesse der Stadt Freising einfließen. • Ein Zurückziehen des Antrages der FMG auf „ewiges Baurecht“ • Und letztendlich ein Abrücken von dem Ziel einer 3. Startbahn. Als Oberbürgermeister von Freising werde ich hartnäckig in der Fluglärmkommission nachfragen und mich gemeinsam mit den anderen betroffenen Kommunen sowie den Landratsämtern für dieses Ziel einsetzen. Darüber hinaus werde ich in enger Abstimmung mit den GRÜNEN Abgeordneten kontinuierliche Überprüfungen anstoßen und mit diesen durch gezielte Anfragen im Bayerischen Landtag und im Deutschen Bundestag dafür sorgen, dass Informationen ans Licht kommen und der Druck auf die entsprechenden Akteure noch weiter verstärkt wird. | Um Vertrauen wieder herzustellen, muss die FMG offen, rechtzeitig und direkt kommunizieren sowohl gegenüber der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden als auch gegenüber den dort politisch Tätigen. | Ein tragfähiger Dialog zwischen Flughafen, Stadt Freising und den anderen betroffenen Kommunen Vertrauen, Offenheit und Verlässlichkeit voraus. Dieses Vertrauen ist in den vergangenen Jahren beschädigt worden. Als Oberbürgermeister erwarte ich vom Flughafen, dass Informationen vollständig, korrekt und frühzeitig zur Verfügung gestellt werden. Unvollständige oder missverständliche Informationen dürfen keinen Einfluss auf Entscheidungen der Stadt Freising haben. Um die Zusammenarbeit zukünftig sicherzustellen, halte ich klare Kommunikationsstrukturen, feste Ansprechpartner und eine transparente Darstellung von Vorhaben und Auswirkung für notwendig. Die Stadt muss ihre Rolle als selbstbewusster und kritischer Gesprächspartner wahrnehmen und die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger konsequent vertreten. | Es ist richtig, dass das Vertrauensverhältnis belastet ist. Vertrauen wieder aufzubauen ist ein Prozess, dessen erste Voraussetzung Wahrhaftigkeit ist. Aufgrund der Erfahrungen halte ich stetige Wachsamkeit für angebracht. |
| Frage-5 | Monika Schwind (Freisinger Mitte) | Nico Heitz (Grüne) | Peter Warlimont (SPD) | Daniel Hubensteiner (Freie Wähler) | Birgit Mooser-Niefanger (Für Freising) |
| Einsatz für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung: Die gesundheitlichen Risiken durch Lärm, ultrafeinen Staub und Luftverschmutzung sind für uns betroffene in der Region eine ernsthafte Sorge. Die große Mehrheit der Fluglärmkommission hat sich in den letzten 3 Sitzungen für die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung dieser Belastungen ausgesprochen (z. B. Einsatz von schwefelarmem Kerosin, Durchführung einer Machbarkeitsstudie zu TaxiBots oder Anpassung der 25 Jahre alten Nachtflugregelung mit dem Ziel: keine Flüge von 22:00 bis 6:00 Uhr). Trotz der Mehrheitsbeschlüsse ist bisher nicht erkennbar, dass entsprechende Maßnahmen geplant oder bereits in Umsetzung sind. Wie werden Sie sich für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung Stadt Freising einsetzen? Welche Maßnahmen halten Sie für notwendig, um die Belastungen durch den Flughafen, insbesondere Lärm- und UVP -Schadstoffemissionen, zu minimieren? | Als gewählte Vertreterin der Stadt Freising ist es meine zentrale Aufgabe, die Interessen unserer Bevölkerung zu schützen. Dazu gehört insbesondere der konsequente Gesundheitsschutz durch eine Reduzierung von Emissionen auf das technisch Machbare – und darüber hinaus durch aktives Einfordern weiterer Verbesserungen, wo es erforderlich ist. | Der Schutz der Gesundheit der Menschen in Freising und der Region hat für mich oberste Priorität. Die Belastungen durch Fluglärm, Ultrafeinstaub/Luftschadstoffe sind wissenschaftlich belegt. Die von Ihnen, vom Bürgerverein, gemessenen Ultrafeinstaubwerte von Januar bis März 2024 liegen an vielen Tagen deutlich über den von der WHO als hoch eingestuften Werten. Die Menschen in der Region Freising-Erding dürfen diesen Belastungen nicht weiter ausgesetzt werden. Trotz Mehrheitsbeschlüssen der Fluglärmkommission – etwa zum Einsatz von schwefelarmem Kerosin, zur Machbarkeitsstudie für TaxiBots oder zur Anpassung der Nachtflugregelung – ist bislang keine ernsthafte Umsetzung erkennbar. Das ist nicht akzeptabel. Ich setze mich, wie auch in unserem Wahlprogramm beschlossen, ein für: • die Einrichtung und den dauerhaften Betrieb eines Messnetzes für Ultrafeinstaub rund um den Flughafen, • die Fortführung amtlicher Ultrafeinstaubmessungen in der Flughafenregion, • Besonders wichtig für uns ist ein echtes Nachtflugverbot von 22:00 bis 6:00 Uhr als aktiven Lärmschutz, für das ich mich einsetzen werde! • umfassenden passiven Lärmschutz (z. B. Schallschutzfenster) auch in bislang nicht anspruchsberechtigten Gebieten, • das Vertanken von schwefelarmem bzw. schwefelfreiem Kerosin, • den Einsatz von TaxiBots zur Reduzierung von Abgas- und Ultrafeinstaubbelastung, • eine generelle und umfassende Beschränkung des Flugverkehrs, • den Stopp des Flughafenausbaus im Nicht-Flug-Bereich • die Einstellung von Subventionen für Fluggesellschaften und Fluglinien. Als Oberbürgermeister werde ich jedes Projekt, auf das die Stadt Freising Einfluss hat, daraufhin prüfen, ob es den Flughafen weiter zu einer „Stadt vor der Stadt“ macht und damit sein Nicht-Kerngeschäft stärkt. Zudem werde ich auf alle Gesellschafter, vor allem die bayerische Staatsregierung, mit allen der Stadt Freising zur Verfügung stehenden Mitteln einwirken. | Ich halte folgende Maßnahmen, wie sie auch im Kommunalwahlprogramm 2026 der Freisinger SPD enthalten sind, für notwendig: Lärmschutz: ▪ Einschränkung des Nachtflugs durch Ausweitung der Kernzeit auf 23.00 bis 6.00 Uhr ▪ Höhere Nachtfluggebühren ▪ Reduzierung der erlaubten planmäßigen Flüge nach 22.00 Uhr ▪ Verzicht auf die 3. Bahn UFP-Emissionen: ▪ Messung der UFP-Emissionen in den Hauptwindfahnen West und Ost, da die beiden aktuellen Messpunkte abseits dieser Windfahnen liegen und keine zuverlässigen Daten liefern ▪ Intensive Forschung, um die potenziellen Gesundheitsrisiken von UFP zu quantifizieren ▪ Veränderte Schlepptechnik im Bodenbetrieb am Flughafen, damit Flugzeuge im Bodenbetrieb deutlich weniger Kerosin verbrennen ▪ Schwefelarmes Kerosin Allgemeine Belastungen: ▪ Beteiligung der Flughafengesellschaft an regionaler Infrastruktur, die ihr zugutekommt, v. a. am Wohnungsbau und Verkehrsanbindungen an den ÖPNV ▪ Verzicht auf die 3. Bahn | Der Schutz der Gesundheit hat für mich einen hohen Stellenwert. Die Belastung durch Fluglärm, Luftschadstoffe und insbesondere ultrafeine Partikel stellen für viele Menschen in Freising und Umgebung eine reale Sorge dar, die ernst genommen werden muss. Als Oberbürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass bestehende Erkenntnisse und Empfehlungen – etwa aus der Fluglärmkommission – konsequent berücksichtigt werden. Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm- und Schadstoffbelastung müssen geprüft, transparent diskutiert und, wo möglich, umgesetzt werden. Dabei ist mir wichtig, dass Entscheidungen auf einer fachlich fundierten Grundlage getroffen werden und der Gesundheitsschutz der Bevölkerung bei allen weiteren Entwicklungen rund um den Flughafen angemessen berücksichtigt wird. Die Stadt sollte hier eine klare und konstruktive Stimme für betroffenen Bürgerinnen und Bürger sein. | Für mich ist die Anpassung der Nachtflugregelung das erste und wichtigste Ziel. Gesunden Schlaf zu ermöglichen halte ich für eines der wichtigsten Themen in der Prävention und Prävention ist für mich eine wichtige Aufgabe auch in der Kommunalpolitik. Bekanntermaßen habe ich mich schon öfter zum Thema Lärm und den negativen Folgen für die Gesundheit geäußert und ich bin überzeugt, dass wir in dem Bereich im gesamten Stadtgebiet noch viel zu tun haben. Die Arbeit des Bürgervereins Freising zu den sonstigen gesundheitlichen Risiken verfolge ich als Mitglied des Bürgervereins seit Jahren mit hohem Interesse und großem Respekt. Als Oberbürgermeisterin würde ich dem Stadtrat empfehlen, sich immer wieder mit den Ergebnissen dieses wertvollen Engagements zu beschäftigen und den Empfehlungen Folge zu leisten. |
